Was hat eine Bau- und Nutzungsordnung mit Hitze oder Starkregen zu tun? Ziemlich viel. Ob ein Grundstück fast vollständig versiegelt ist, ob Bäume Platz haben und wohin Regenwasser fliesst, wirkt sich direkt auf das Klima in der Siedlung aus.
Eine gute Ausgangslage, aber neue Anforderungen
Zurzach und Mellikon sind eng mit der Landschaft verzahnt. Das ist für das Siedlungsklima bereits eine gute Ausgangslage. Trotzdem werden immer höhere Durchschnittstemperaturen, häufigere Hitzewellen und stärkere Niederschläge in den nächsten Jahren erwartet. Die Nutzungsplanung muss deshalb auch für dieses Thema klare Rahmenbedingungen setzen, die nicht nur heute funktionieren.
Regenwasser möglichst dort nutzen, wo es fällt
Ein Schwerpunkt liegt beim Regenwasser: In langen Hitzephasen fehlt der Vegetation Wasser. Bei Starkregen fällt innert kurzer Zeit so viel an, dass die Kanalisation stark belastet werden kann. Die Planung nimmt deshalb Grundsätze auf, die unter dem Fachbegriff «Schwammstadt» zusammengefasst werden. Die Idee ist weniger exotisch, als der Begriff klingt: Regenwasser soll nicht überall möglichst schnell weggeleitet, sondern, da wo es sinnvoll machbar ist, soll es möglichst zurückgehalten, versickert oder für Pflanzen verfügbar gemacht werden. Weniger versiegelte Flächen helfen dabei. Da bleibt Wasser länger im Gebiet und kann zur Kühlung in trockenen Phasen beitragen.
Grün ist mehr als Gestaltung
Bäume, Sträucher und andere Pflanzen spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung und Freiräume können zudem für die Frischluftversorgung wichtig sein. Deshalb fördert die neue Nutzungsplanung wertvolle Begrünung und sorgt zudem für genügend unversiegelte Flächen im Siedlungsgebiet.
Instrumente dafür sind unter anderem die Grünflächenziffer und Vorgaben zur Umgebungsgestaltung. Wichtige Freiräume sollen gesichert und weiterentwickelt werden. Auch ökologische Funktionen und der ökologische Ausgleich auf kommunaler Stufe fliessen ein.
Was bringt das im Alltag?
Die Wirkung entsteht dabei nicht durch ein einziges Grossprojekt. Sie summiert sich über viele Bauvorhaben und Grundstücke: mehr Schatten an heissen Tagen, kühlere Aufenthaltsbereiche, mehr Platz für Vegetation und ein robusterer Umgang mit Starkregen. Meist werden dadurch nebenbei auch viele Aussenräume angenehmer.
Klimaanpassung wird somit Teil der ganz normalen Siedlungsentwicklung. Nicht etwas, das man am Schluss noch dazu nimmt, sondern stets eine Frage, die bei Bauweise und Umgebungsgestaltung von Anfang an mitlaufen muss.
Bis zum 24. Oktober 2026 können die entsprechenden Bestimmungen im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung eingesehen werden.
Weitere Informationen gibt es hier: zurzach.ag/nupla.
Weiterführende Informationen
