Das Bundesamt für Kultur überarbeitet derzeit im ganzen Kanton Aargau die nationalen Ortsbilder (ISOS). Das Zurzibiet ist ebenfalls Teil dieses mehrjährigen Projekts. Die Arbeiten umfassen Ortsbegehungen, Recherchen sowie die Erstellung neuer Ortsbildaufnahmen, welche Lagequalitäten, räumliche Strukturen und historische Merkmale berücksichtigen.
Ziel dieser Aktualisierung ist es, Orte und Strukturen sichtbar zu machen, die das Landschafts- und Ortsbild prägen und deren besondere Qualitäten langfristig zu sichern. Dabei stehen nicht nur historische Gebäude im Fokus, sondern das Zusammenspiel von Lage, Räumen, Strassenbildern und der baulichen Entwicklung seit der Ersterfassung in den 1970er-Jahren.
Mit der ISOS-Revision werden diese Merkmale neu bewertet und in den heutigen Kontext gestellt. So entsteht ein aktuelles, fachlich fundiertes Bild davon, was ein Ortsbild einzigartig macht und wie es im Spannungsfeld von Wachstum, Verdichtung und Identität bewahrt werden kann.
Das Zurzibiet wird in einer eigenen Etappe erfasst, in welcher das Bundesamt für Kultur die ortsbildprägenden Elemente analysiert und neu dokumentiert. Die Arbeiten umfassen Inventarisationsarbeiten mit Ortsbesichtigungen durch Mitarbeitende des BAK. Damit entsteht eine verlässliche Grundlage für zukünftige räumliche Entwicklungen und ein zeitgemässer Blick darauf, was die Ortschaften der Region charakterisiert.
Erste Entwürfe der überarbeiteten Inventarblätter werden 2029 erwartet, die dann der Gemeinde zur fachlichen Stellungnahme bereitgestellt werden. Sobald die ISOS-Revision beendet ist, werden alle Inhalte in einer interaktiven Karte im Geoportal des Bundes und über die Online-Karten des Kantons Aargau öffentlich zugänglich sein.
Was bedeutet die ISOS-Revision für die Bevölkerung?
Während der Erfassung sind Mitarbeitende des Bundesamts für Kultur und der kantonalen Fachstellen in den nächsten Jahren im Siedlungsgebiet unterwegs. Bei Bedarf können sich diese ausweisen. Sie führen Ortsbegehungen durch, dokumentieren Gebäude, Strukturen und Sichtbezüge und erstellen Bild- und Textmaterial. Diese Arbeiten finden ausschliesslich im öffentlich zugänglichen Raum statt
Gibt es Mitwirkungsmöglichkeiten bei der ISOS-Revision?
Eine Mitwirkung der Bevölkerung ist im ISOS-Prozess nicht vorgesehen, weil das ISOS kein Planungs- oder Entscheidverfahren ist, sondern dieser allein eine bundesrechtlich geregelte Fachinventarisierung darstellt, aus der sich keine unmittelbaren Pflichten oder Eingriffe für die Bevölkerung ergeben. Erst in darauffolgenden Planungsprozessen wie z. B. Baubewilligungen, Richt- und Nutzungsplanung können ISOS-Hinweise berücksichtigt werden. Und dort bestehen dann die üblichen Mitwirkungs- oder Einsprachemöglichkeiten.
Welchen Einfluss hat die ISOS-Revision auf die laufende NUPLA-Revision?
Die Aktualisierung der nationalen Ortsbilder (ISOS) und die Revision der kommunalen Nutzungsplanung (NUPLA) sind zwei getrennte Prozesse, stehen jedoch fachlich in Zusammenhang. Da die ISOS-Überarbeitung für das Zurzibiet jedoch erst jetzt beginnen und sich über mehrere Jahre erstrecken, liegen für die derzeit laufende NUPLA-Revision der Gemeinde Zurzach keine neuen ISOS-Daten oder Bewertungen vor. Die Gemeinde arbeitet somit weiterhin mit den bestehenden, aktuell gültigen ISOS-Grundlagen:
- Die aktuelle NUPLA-Revision kann normal weitergeführt werden
- Es bestehen keine unmittelbaren Auswirkungen oder Anpassungspflichten aufgrund der ISOS-Revision
- Planungsentscheide basieren weiterhin auf den bestehenden ISOS-Einträgen
- Diese bleiben bis zur Inkraftsetzung der neuen ISOS-Tranche gültig
Eine spätere Überprüfung wird voraussichtlich erst nach 2030 relevant. Sobald das aktualisierte ISOS für das Zurzibiet vorliegt, können bei zukünftigen Planungsrunden oder punktuellen Anpassungen neue Erkenntnisse einfliessen, nicht jedoch im aktuellen Verfahren.
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